Lang, lang ist’s her: Seit dem letzten Beitrag zu unserer Reihe “Anekdoten eines Dienstleisters” sind doch sage und schreibe über 5 Monate vergangen. Schande über uns! Die Zeit vergeht wie im Fluge, was natürlich keine Entschuldigung sein soll. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei diesem Blog eigentlich um ein Hobby handelt, bitten wir trotzdem alle Leser und Abonnenten um Absolution…
Zum Ausgleich bringen wir jetzt einen Doppelpack von “Anekdoten eines Dienstleisters”
: Zum einen mit dem heutigen Beitrag “Dumm gelaufen“, in dem wir uns zur Abwechslung mal an die eigene Nase fassen wollen – wie man ja schon an der Einleitung gesehen hat, ist niemand perfekt! Daher bekommen wir jetzt mal unser Fett weg. Und in einer Woche geht es dann weiter mit dem Artikel “Wunder gibt es immer wieder“, in dem wir von einer schönen Erfahrung berichten wollen.
Da passierte mir doch letztes Jahr ein Missgeschick, das schon ziemlich dämlich war. Eigentlich eher dumm gelaufen als durch echtes Fehlverhalten verursacht, fühlte ich mich trotzdem (und um ehrlich zu sein, das Schuldgefühl ist immer noch da, wenn ich an diesen Fall denke) verantwortlich für das Malheur. Folgendes war geschehen:
Da wir nicht nur dauerhafte Hauskontrollen übernehmen, sondern auch zeitlich begrenzte, kommt es natürlich vor, dass wir nach Erledigung des Auftrages die Schlüssel an die Eigentümer zurückgeben. So auch in diesem Fall. Das Problem war nur, dass die Schlüssel statt beim Eigentümer bei mir in der Jackentasche landeten. Fragt mich nicht, wie das passieren konnte. Ich hatte eine Jacke an, die ich zu dieser Jahreszeit nur selten trage, daher hing sie danach auch eine ganze Weile kalt am Haken.
Schon ein paar Stunden nach Übergabe meldeten sich unsere Kunden, ob wir den Schlüssel gesehen hätten. Nööö, natürlich nicht…! Trotzdem suchten wir im Haus, im Garten, sogar auf der Straße und im Auto; eben überall, wo wir uns bei dem Termin aufgehalten hatten. Die Ehefrau zweifelte schon an ihrem Verstand, während ihr Mann witzelte, “Tja, das Alter…” Der Schlüssel blieb unauffindbar – bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich meine Winterjacke waschen wollte. Sorgfältig wie ich bin (ach ja?), kontrollierte ich alle Taschen, und da war er auf einmal, der verlorene Sohn. Wie peinlich!
Aber es hätte auch schlimmer kommen können. Stellt Euch vor, die Kunden hätten in der Zwischenzeit neue Schlösser einbauen lassen, am besten noch eine Schließanlage mit nur einem Schlüssel – das wäre teuer geworden, und zwar für uns. Glücklicherweise hatten unsere netten Kunden die Hoffnung, den Schlüssel wiederzufinden, noch nicht aufgegeben, und so gab es für alle ein Happy-End. Aber ich war ganz klein, als wir bei den Eigentümern klingelten, bewaffnet mit einer Flasche Wein und einem treuen Hundeblick konnte ich die Sympathie unserer lieben Kunden erhalten.
Tja, so kann’s laufen, shit happens! Aber das Schöne an der Angelegenheit war: Statt uns in der Luft zu zerreißen, wenn auch nur für die (unnötige) Aufregung, die ich verursacht hatte, nahmen es die beiden von der lockeren Seite und mit einem Schmunzeln – ich glaube, sie haben gemerkt, wie verlegen ich war. Inzwischen haben wir das Missgeschick einigermaßen wieder gut gemacht, hoffe ich. Und wir möchten ganz ehrlich sagen: Vielen lieben Dank für Euer Verständnis unserer Fehlbarkeit, Esther und Hartmut!
Letztendlich war es ein sehr positives Erlebnis und hat uns gezeigt, dass es doch noch viele nette Menschen auf der Welt gibt – auch im Geschäftsleben. Und: Es motiviert, weiterzumachen, und zwar auf die ehrliche Art und Weise, auch wenn es heutzutage teilweise sehr schwer ist, damit geschäftlichen Erfolg zu haben. Aber es geht! Ein weiteres positives Beispiel bringen wir nächste Woche, dann mit einem unserer Geschäftspartner. Bis dahin…

Hallo Markus und Tanja, ja wir wissen doch was wir an Euch haben, trotz des Schlüssels, Ihr seid so zuverlässig, und das hätte jedem passieren können. Übrigens – der Wein hat gut geschmeckt!!! Gruss Esther und Hartmut
Danke für die Blumen – den Wein habt Ihr Euch verdient!