Der spanische Haushalt weist nach wie vor ein hohes Defizit aus, es liegt trotz Sparmaßnahmen noch immer bei 9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Jetzt hat die Regierung in Madrid weitere Maßnahmen beschlossen, um der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit zu begegnen. Insbesondere haben die jüngsten Entscheidungen den Bau- und Immobiliensektor im Blick, der durch die Krise besonders gebeutelt wurde und mitverantwortlich für die hohe Arbeitslosigkeit gemacht wird.
Eine der Maßnahmen der spanischen Regierung ist die Senkung der Mehrwertsteuer beim Kauf einer neu gebauten Immobilie von derzeit 8 auf 4 Prozent! Die Maßnahme muss zwar noch vom spanischen Parlament gebilligt werden, was aber als sicher gilt und bereits in den nächsten Tagen geschehen soll. Wenn es also dabei bleibt, tut sich hier eine interessante Möglichkeit auf; besonders für diejenigen, die bereits mit dem Gedanken gespielt haben, eine Immobilie zu erwerben, jedoch aus verschiedenen Gründen bisher unentschlossen waren. Diesen privaten wie auch gewerblichen Investoren wird jetzt wohl die Entscheidung etwas leichter fallen.
Durch die Senkung der Mehrwertsteuer in den genannten Fällen soll der Bausektor angekurbelt werden. Das wird aber nur funktionieren, wenn durch die Maßnahme der hohe Bestand an Neubauten abgestoßen werden kann. Die dadurch eventuell entstehenden Kapazitäten für den Bau neuer Immobilien sollen wiederum die Nachfrage nach Arbeitskräften erhöhen. Hoffentlich wirkt das Ganze in der Praxis auch so, wie es sich die Verantwortlichen in der Theorie gedacht haben. Die Mehrwertsteuersenkung wirkt ja auf den ersten Blick etwas kontraproduktiv, schmälert sie doch die Einnahmen des Staates und ist daher der Sanierung der Haushaltskassen nicht gerade förderlich. Langfristig erwartet man jedoch eine positive Wirkung.
